Förderverein bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V. Arbeitskreise Dortmund, Hattingen und Sprockhövel

Am Syberg gibt es nicht nur Wallanlagen, Burgenreste und modernes Freizeitvergnügen. Die Industriegeschichte ist ebenfalls präsent. Am steilen Westhang des Sybergs, zwischen den Serpentinen der Hengsteystraße und der Hohensyburger Burgruine, ist das Flöz Sengsbank, das geologisch älteste, abbaubare Steinkohlenflöz des Ruhrreviers, aufgeschlossen. Der Kohlenbergbau an dieser Stelle wurde 1582 erstmals urkundlich erwähnt, als Mathias Becker, Richter zu Schwerte und Westhofen, von seinem Landesherrn die Erlaubnis erhielt, Kohle im Tagebau zu gewinnen. Im Laufe der Jahrhunderte bauten drei Zechen nacheinander die Kohlenvorkommen ab. Der Syburger Bergbauweg verbindet Stollen und Schachtpingen (Einsturztrichter) der drei Stollenzechen "Beckersches Feld" (16. Jahrhundert), "Schleifmühle" (18. Jahrhundert) und "Graf Wittekind" (19. Jahrhundert). Zu sehen sind vier renovierte Stollenmundlöcher, ein Flözaufschluss, die Standorte ehemaliger Zechenhäuser und einer Handwinde, ein Bremsberg sowie frühe Kohlenziehwege. Darüber hinaus eröffnet der beschilderte Wanderweg, der zwar nur 2,5 km lang ist, aber durch steiles Gelände führt, auf kleinem Raum einen Einblick in die Bergbaugeschichte des Ruhrgebietes. Die von der Zeche Schleifmühle geförderten Kohlen wurden vornehmlich in Schmieden und Kalköfen südlich der Ruhr verwendet. Im Jahre 1755 war die Zeche Schleifmühle die einzige im Amt Schwerte. Sechs Mann förderten 164 Tonnen Kohle im Wert von 244 Reichstalern. Die Zeche wechselte häufig ihren Besitzer, ein deutliches Indiz für unbefriedigende Betriebsergebnisse. Auch der Kaufmann und marxistische Theoretiker Friedrich Engels erbte Anteile an Schleifmühle, allerdings zu einem Zeitpunkt, als die Zeche schon lange stilllag und die Anteile wohl nur noch Papierwert besaßen.

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